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SUMMARY:Frankenstein/Prometheus: das Verhältnis von technischem und morali
 schem Fortschritt
DESCRIPTION:Einer populären Lesart zufolge illustriert Frankenstein die 
  tragische Tatsache\, dass der moralische mit dem technischen Fortschritt 
  nicht Schritt halten kann. Diese Lesart ist auf der richtigen Spur\, aber
   zu vage. Shelley behauptet genauer\, dass der  wissenschaftlich-technisc
 hen Fortschritt der Moderne sich erstens am  Manipulationspotenzial des Le
 bens misst\, und zweitens\, dass jener uns  eine bestimmte Moraltheorie au
 fzwingt\, nämlich den Utilitarismus\, der  sich allein mit den Folgen von
  Handlungen befasst (Shelley widmet ihr  Buch dem Philosophen William Godw
 in\, einem Verfechter des  Utilitarismus.) Shelleys zweite These hat weitr
 eichende Implikationen.  Erstens beeinflusst der wissenschaftlich-technisc
 he Fortschritt nicht  nur den besonderen Inhalt unserer moralischen Urteil
 e\, sondern vielmehr  deren allgemeine Form\, d.h. die Moral selbst. Zweit
 ens unterminiert die  erste Implikation das Fundament der neuzeitlichen Mo
 ral\, nämlich die  individuelle Autonomie. Shelley stellt dieser zweiten 
 Implikation mit  der Gestalt von Robert Walton einen alternativen Ansatz e
 ntgegen\,  nämlich eine Moral der Fürsorge und der relativen Abhängigke
 it. Im  Unterschied zum Utilitarismus\, der sich allein mit den Konsequenz
 en  technisch-wissenschaftlicher Manipulation befasst\, vermag der  altern
 ative Ansatz an der Wurzel dieses Fortschritts anzusetzen\, nämlich  dem 
 Manipulationspotenzial. \\r\\nMarkus Wild [https://philosophie.philhist.un
 ibas.ch/de/personen/markus-wild/] is  Professor of Philosophy at the Unive
 rsity of Basel. He works in both  the history of philosophy and contempora
 ry philosophy (analytical and  continental). His research in the philosoph
 y of the mind\, biology\, and  language focuses on the prospects of a broa
 d conception of naturalism\,  for example\, tracing the consequences of th
 e idea that human beings are  essentially animals. His SNSF-funded project
  on Biosemantics and  Normative Pragmatism illustrates his interest in tel
 eosemantics  alongside that of animal ethics. Some representative publicat
 ions  include Animal Minds & Animal Ethics: Connecting Two Separate Fields
 \, Human-Animal Studies (Transcript 2013\, ed. with Klaus Petrus)\, Tieret
 hik  (Junius 2016\, authored with Herwig Grimm)\, and “Wer den Pavian ve
 rsteht  … Eine naturalistiche Perspektive auf Wissen bei Mensch und Tier
 ” (Studia Philosophica\, Schwabe 2014).
X-ALT-DESC:<br />Einer populären Lesart zufolge illustriert&nbsp\;<i>Frank
 enstein</i>&nbsp\;die  tragische Tatsache\, dass der moralische mit dem te
 chnischen Fortschritt  nicht Schritt halten kann. Diese Lesart ist auf der
  richtigen Spur\, aber  zu vage. Shelley behauptet genauer\, dass der  wis
 senschaftlich-technischen Fortschritt der Moderne sich erstens am  Manipul
 ationspotenzial des Lebens misst\, und zweitens\, dass jener uns  eine bes
 timmte Moraltheorie aufzwingt\, nämlich den Utilitarismus\, der  sich all
 ein mit den Folgen von Handlungen befasst (Shelley widmet ihr  Buch dem Ph
 ilosophen William Godwin\, einem Verfechter des  Utilitarismus.) Shelleys 
 zweite These hat weitreichende Implikationen.  Erstens beeinflusst der wis
 senschaftlich-technische Fortschritt nicht  nur den besonderen Inhalt unse
 rer moralischen Urteile\, sondern vielmehr  deren allgemeine Form\, d.h. d
 ie Moral selbst. Zweitens unterminiert die  erste Implikation das Fundamen
 t der neuzeitlichen Moral\, nämlich die  individuelle Autonomie. Shelley 
 stellt dieser zweiten Implikation mit  der Gestalt von Robert Walton einen
  alternativen Ansatz entgegen\,  nämlich eine Moral der Fürsorge und der
  relativen Abhängigkeit. Im  Unterschied zum Utilitarismus\, der sich all
 ein mit den Konsequenzen  technisch-wissenschaftlicher Manipulation befass
 t\, vermag der  alternative Ansatz an der Wurzel dieses Fortschritts anzus
 etzen\, nämlich  dem Manipulationspotenzial. \n<b><a href="https://philos
 ophie.philhist.unibas.ch/de/personen/markus-wild/">Markus Wild</a><i> </i>
 </b>is  Professor of Philosophy at the University of Basel. He works in bo
 th  the history of philosophy and contemporary philosophy (analytical and 
  continental). His research in the philosophy of the mind\, biology\, and 
  language focuses on the prospects of a broad conception of naturalism\,  
 for example\, tracing the consequences of the idea that human beings are  
 essentially animals. His SNSF-funded project on Biosemantics and  Normativ
 e Pragmatism illustrates his interest in teleosemantics  alongside that of
  animal ethics. Some representative publications  include <i>Animal Minds 
 &amp\; Animal Ethics: Connecting Two Separate Fields\, Human-Animal Studie
 s </i>(Transcript 2013\, ed. with Klaus Petrus)\, <i>Tierethik</i>  (Juniu
 s 2016\, authored with Herwig Grimm)\, and “Wer den Pavian versteht  …
  Eine naturalistiche Perspektive auf Wissen bei Mensch und Tier” (<i>Stu
 dia Philosophica\, </i>Schwabe 2014). 
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